Vom Anschluss an Österreich bis zum Anschluss an das Deutsche Reich

 

1919 folgte auf Stettner Prof Karl Unger als Kommandant

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Regierungsrat Prof. Karl Unger ist wohl eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des burgenländischen Feuerwehrwesens. 1883 in Jormannsdorf geboren, besuchte er Gymnasium und evangelische. Lehrerbildungsanstalt in Oberschützen und studierte anschließend in Budapest. Da er maßgeblichen Anteil an einem Zusammenschluss der burgenländischen Feuerwehren hatte, wurde er 1923 zum amtsführenden Obmannstellverstreter des Burgenländischen Landesverbandes für Feuerwehr- und Rettungswesen bestellt, 1929 wurde er Obmann und bekleidete diese Funktion bis zur Erlassung des Feuerwehrgesetzes 1935, mit welchem der Vereinsstatus der Feuerwehren aufgehoben wurde und sie nun in den Rang einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes gehoben wurden, an deren Spitze nun ein Kommandant zu stehen hat. Als erster Landesfeuerwehrkommandant übte er diese Funktion bis 1937 aus.

Als Lehrer wusste er, wie auch Stettner, dass im Feuerwehrwesen Ausbildung und Disziplin oberstes Gebot sind. Daher setzte er sich für die Schulung der Führungskräfte ein, ebenso für die Hebung der Disziplin. „Der heutigen Jugend fehlt die ordnende, das Gefühl für Disziplin einimpfende Schule des Soldatendienstes und dieser bedauerliche Umstand gereicht den Feuerwehren zum empfindlichen Nachteil. Die jungen Burschen von heute haben das Sichfügen, das Folgen all zu wenig gelernt, sind vielfach vorlaute Besserwisser, die alle Lebenserfahrung des gereiften Mannes nur gering schätzen und sich nicht gerne unterordnen wollen“. (Österreich durfte damals auf Grund des Vertrages von St Germain nur ein Berufsheer haben).

Bereits am 5. August 1922 folgte auf Unger Prof. Johann Schranz. Mit ihm als Oberkommandant übernahm eine kreative, zukunftsorientierte Persönlichkeit das Kommando. Kein Wunder also, dass dieser tüchtige Feuerwehroffizier später zum Bezirksfeuerwehrkommandanten aufsteigen sollte.

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Hebung der Disziplin (nach dreimaligem unentschuldigtem Fernbleiben erfolgte der Ausschluss, alle 18 bis 42 jährigen Männer sollten der Feuerwehr angehören, oder Feuerschutzsteuer zahlen)., Beschaffung modernen Gerätes und Uniformen war sein großes Anliegen. Speziell was die Anschaffung des Gerätes betraf, wurde hier Pionierarbeit geleistet: 1926 (Einweihung am 11. Juli 1927) wurde eine Knaust Motorspritze angeschafft.

Es hat sich nämlich bei Übungen gezeigt, dass mit dem vorhandenem Gerät keine effektive Brandbekämpfung gemacht werden konnte. Immer wieder kam es zu Problemen mit dem Wasserdruck. Die Monate Jänner, Februar und März 1926 waren von großer Betriebsamkeit bezüglich Pumpenankauf gekennzeichnet: Wöchentlich gab es Rapporte und Schulungen über den „Benzinmotor“. Verständlich, denn wie viele Kameraden hatten damals Zugang zu einem Motorrad oder Auto?

Erste Gespräche mit der Firma Knaust wurden am 22. 01. geführt, der Preis wurde mit S 11.067.-ausgehandelt, (entspricht nach heutigem Geldwert etwa ATS 365.211, etwa € 26.500.-) Lieferbar bis 31. 03. 1926! Am 22. 02. war es dann so weit: zwecks Ankauf wurde wieder nach Wien gefahren! Am 05. 04. fand dann die erste Übung mit der neuen Spritze statt.

Am Donnerstag, dem 10. November 1927 wurde die Wehr mit Kommandant und fünf Mann, also der Löschzug II, zu einem Großbrand in das 20 km entfernte Großpetersdorf gerufen, bei welchem 24 Objekte abbrannten.

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Der Auftrag an die Feuerwehr Oberschützen: mit der Spritze andere Spritzen speisen und eine 1.200m lange Schlauchleitung zu legen. Eisiger Sturm und Wassermangel erschwerten die Löscharbeiten. Zwei Autospritzen (Oberwart und Hartberg) standen auch im Einsatz, insgesamt waren 27 Wehren an der Brandbekämpfung beteiligt

Trotz dieser erfolgreichen Einsatztätigkeit kommt es zu Differenzen mit dem inzwischen zum Inspektor des Feuerwehrbezirkes Oberwart aufgestiegenen Kdt Prof Schranz, worauf dieser seine Funktion zurücklegte.

Sein Nachfolger wurde1928 Prof. Wilhelm Ulreich, dieser legte jedoch schon nach einem Jahr sein Amt zurück und Andreas Artner sollte nun bis 1940 die Geschicke der Wehr leiten-

1932 wurde das 50 jährige Jubiläum gefeiert. Die Feierlichkeiten begannen am Samstag, dem 9. Juli 1932 mit einem Fackelzug zum Kriegerdenkmal mit anschließender Ehrung der gefallenen Kameraden. Der nächste Tag begann mit einem Gottesdienst, anschließend ein Platzkonzert und am Nachmittag folgte dann der Festakt. Den Abschluss bildete eine Tanzunterhaltung.

Aufschlussreich ist die Einsatzstatistik dieser 50 Jahre:

Oberschützen

38

Mariasdorf

10

Willersdorf

21

Bad   Tatzmannsdorf

8

benachbarten   Gemeinden

14

   

   

         
   
   

Chronik7

Das erste Feuerwehrhaus

   
   
         
   
   Chronik6

Inspizierung in den 30er Jahren