Vom Anschluss an das Deutsche Reich bis zum Kriegsende

 

Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich brachte auch für die Feuerwehren einige Änderungen. Da das Burgenland aufgeteilt wurde, gab es natürlich auch kein Landesfeuerwehrkommando mehr .Am 23. November 1938 wurde das reichsweit gültige „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ erlassen.  

Einen Vorteil hatte dieses Gesetz allerdings: endlich kam es zu einer Vereinheitlichung und Normung des Gerätes, wodurch nun ein Zusammenarbeiten der Wehren gegeben war: Die Storz –Kupplung wurde nun per Gesetz eingeführt

1940 übernahm der Landwirt Gustav Neubauer (Vater des späteren Landesfeuerwehrkommandanten) das Amt des Kommandanten und führte die Wehr bis 1950.

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Zwei Großbrände waren die Höhepunkte der Zeit bis Kriegsende: Am 25. 11. 1940 , bei eisiger Kälte und einem fürchterlichem Sturm, wurde die Wehr zu einem Großbrand nach Riedlingsdorf gerufen, bei welchem 3 Häuser und 11 Wirtschaftsgebäude abbrannten.(Eine ausführliche Schilderung diese Brandes findet sich auf der homepage der Stf Hartberg).

Am 10. März 1943 kam es dann in Oberschützen zu einem spektakulären Brand: Aus unbekannter Ursache (Brandstiftung oder Selbstentzündung) brannte die Kohlenverladestation am Bahnhof ab .Leider fehlen wesentliche Details dieses Brandes, es konnte nur noch folgendes verifiziert werden:

Mit der Knaust Motorspritze wurde beim Mühlbach Kreuzung Pinkafelder StrasseWillersdorfer Strasse angesaugt und bis zum „Anschlussdenkmal 1931“ gepumpt, hier wurde eine Verstärkerpumpe (Mariasdorf) eingekuppelt. Eine zweite Zubringleitung wurde von der STF Pinkafeld gelegt. Das Höhenprofil soll verdeutlichen, welche gewaltige Leistung diese Pumpe über mehrere Tage vollbrachte: auf einer Länge von ca. 600 Metern wurden ungefähr 30 Höhenmeter überwunden!

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Die enorme Brandlast, das Gebäude eine Holzkonstruktion, dazu die Braunkohle, hat die Feuerwehrmänner vor eine gewaltige Aufgabe und enorme Belastung gestellt! Josef „Jurscka“ Metzger konnte im letzten Augenblick 2 Kisten mit je 500 Sprengkapsel, die am nächsten Tag ins Kohlebergwerk gebracht werden sollten, in Sicherheit bringen. Eine LKW Ladung Sprengstoff, die am Vortag geliefert wurde, konnteursprünglich nicht per LKW nach Tauchen transportiert werden. Was viele nicht wussten, dieser Sprengstoff wurde am Abend zuvor noch mittels Hunte nach Tauchen befördert Wäre dieser Sprengstoff noch in der Verladestation gewesen, hätte es eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes gegeben.

Mehrere Brände in der Umgebung einige Tage zuvor und das vermutete Vorhandensein des Sprengstoffe, nährten den Verdacht auf Sabotage, ein Verdacht, der allerdings nie veriviziert werden konnte. Eine explodierte Gasflasche flog bis in den Garten von Kurz Ida, über den Ort ging ein Funkenregen nieder, und brennende Dachpappe wurde durch die Thermik des Brandes bis nach Willersdorf getragen. Der Ort war taghell erleuchtet, der Feuerschein soll bis Hartberg zu sehen gewesen sein. Zur Brandwache sollen außerdem noch Schüler des Gymnasiums hergezogen worden sein. Die Feuerwehren hatten mehrere Tage zu tun, die Glutnester niederzukämpfen. Am Einsatz beteiligt waren auch die Feuerwehren Mariasdorf, Willersdorf ,Pinkafeld und Oberwart.

Am 2. April 1945 rückten sowjetische Truppen in Oberschützen ein. Für die Feuerwehr Oberschützen endet der Krieg wie für alle anderen Wehren auch: Spritzen werden unbrauchbar gemacht, im allgemeinen Chaos des Unterganges verschwanden sämtliche Uniformen. Teils sicher aus Furcht, da sie ja mit dem Hakenkreuz versehen waren. Und neben den privaten Zukunftssorgen wird sich sicherlich jeder Feuerwehrmann die Frage gestellt habe, wie es mit seiner Wehr, mit dem Brandschutz im Ort, weitergehen wird. Was wird die Zukunft nach dieser totalen Niederlage bringen, gibt es überhaupt noch eine Zukunft? Eine Zukunft fürdie Menschen, für Österreich in einer sowjetischen Besatzungszone?